Geco-Gardens – der ökologische vertikale Garten für Deinen Balkon

Hallo Bastian, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst !

Welches Problem wollt Ihr mit Geco-Gardens lösen ?

Aus Konsumenten werden Produzenten. Geco-Gardens schafft die notwendigen, neuen Anbauflächen für die ökologische Eigenproduktion von Lebensmitteln in Städten.

Der ökologische Eigenanbau schafft Bewusstsein für den Ressourceneinsatz in der Lebensmittelproduktion, wodurch sich das Konsumverhalten verändert: es werden mehr saisonal, regional und ökologisch produzierte Lebensmittel nachgefragt –wie ein Umfrage mit über 650 urbanen Gärtnern im Rahmen des Forschungsprojekts ‚FarmVille-in-real‘ zeigte. Das urbane Gärtnern sorgt dafür, dass sich die wachsende Zahl an Stadtbewohnern aktiv am gesellschaftlichen Wandel hin zu einer nachhaltigen, bio-basierten Wirtschaftssystem (Bioökonomie) beteiligt.

Wie ist die Idee zu Geco-Gardens entstanden ?

Als Agrarwissenschaftler beschäftige ich mich mit der Entwicklung lokal angepasster Anbausysteme für Nahrungsmittel und erneuerbare Energie auf Basis natürlicher Ressourcen und deren Kreisläufe. Bei einem Forschungsaufenthalt in Südafrika kam ich vor einigen Jahren durch Luke Boshier (Senfore) in Kontakt mit Kreislaufsystemen wie der Aquaponik. Davon inspiriert habe ich das terrabioponsiche Anbauverfahren für Städte entwickelt.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Geco-Gardens erklären ?

Geco-Gardens plant und baut vertikale, automatisierte Kleingärten für die ökologische Eigenproduktion von Gemüse, Obst, Früchten und Kräutern mitten in der Stadt. Wir schaffen neue Gartenflächen auf Balkonen, Terrassen, in Innenhöfen und auf Flachdächren.

Die Geco-Gartensysteme ahmen natürliche Ökosysteme nach. Wir nennen unser ökologisches Anbauverfahren ‚Terrabioponik‘: Pflanzen wachsen zum einen natürlich in Erde (terra) und zusätzlich in einer organischen Nährlösung (ponik). Der Dünger für die Pflanzen werden im eingebauten Wurmkompost direkt aus den eigenen Bioabfällen recycelt (bio). In Wasser gelöst entsteht so eine organische Nährlösung, die unterirdisch durch alle Pflanzwannen zirkuliert. Angetrieben wird die dafür nötige Pumpe über ein Solarmodul, die angeschlossene Akkubox regelt die Pumpzyklen und somit die Bewässerung automatisch.

Durch den sinnvollen Einsatz moderner Technologie kombiniert mit ökologischen Produktionsmethoden und dem eigenen Engagement können urbane Ressourcen ohne Umwege direkt in schmackhafte, diverse und lokale Bio-Lebensmittel verwandelt werden – die Produktion wird dezentral, und dadurch nachhaltig(er).

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Das Grundkonzept sich bislang kaum verändert – das Design bzw. der Aufbau hat sich natürlich im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Zusätzlich geben zwischenzeitlich wir Vorträge und Workshops zu den Themen urban gardening sowie zukunftsfähige, nachhaltige Landwirtschaft.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Das Geschäftsmodel ist relativ einfach und basiert auf der standortsangepassten Planung sowie dem Bau vertikaler, ökologischer Kleingartensysteme für Privatpersonen, Firmen und öffentliche Auftraggeber.

Wie genau hat sich Geco-Gardens seit der Gründung entwickelt ?

Geco-Gardens entwickelt sich stetig weiter: vom Aufbau und dem Design der Gartensysteme, dem Marketing sowie der Größe des Teams.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Euer Startup inzwischen?

Die Größe des Teams liegt aktuell bei vier mitanpackenden Personen, der Umsatz stieg in den letzten Jahren stetig und liegt im fünfstelligen Bereich.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

So richtig schief gegangen ist in den letzten Jahren – zum Glück – nichts. Was allerdings nicht heißt, dass immer alles so läuft wie wir es uns vorstellen. Ein Negativbeispiel war die wettbewerbliche Crowdfunding-Kampagne im EU-Projekt ‚Katana‘. Die Crowdfunding-Kampagne selbst war ein enormer Erfolg – letztendlich haben uns aber wenige Hundert Euro zur EU-Förderung gefehlt.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

(StartUp-) Wettbewerbe sind grundsätzlich eine gute Sache – verschlingen aber auch eine Menge Zeit bei ungewissem Ausgang. Daher liegt unser Hauptfokus auf dem Tagesgeschäft sowie der Weiterentwicklung der Produkte und des Unternehmens.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Ein großer Vorteil ist es, ein ‚handfestes‘ Produkt zu haben, welches wir früh bei Kunden getestet, auf Basis dessen weiterentwickelt und nun anfragebasierend bauen und verkaufen können.  

Weiterer Vorteil ist die frühe Positionierung als ökologisch und sozial sinnvolles Unternehmen mit einem rundum nachhaltigen Kreislauf-Anbaukonzept.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Geco-Gardens setzt auf organisches Wachstum und finanziert sich durch den Bau und Verkauf der Gartensysteme.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Aktuell planen wir eine Marketing-Kampagne um im nächsten Frühjahr noch mehr kleine Ökosysteme in die Städte zu bringen.

Zusätzlich entwickeln wir gerade eine neue, leichtere Bauvariante des Gartensystems und sowie eine App, die das ökologische Gärtner-Know-How einfach und interaktiv vermittelt.

Vielen Dank für das Interview.

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