Timo Stripf von emmtrix Technologies im Interview

Hallo Timo, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei emmtrix Technologies kurz vor:

Hallo, mein Name ist Timo Stripf. Ich bin technischer Geschäftsführer der emmtrix Technologies GmbH und einer von vier Gründern. Rainer Heim, kaufmännischer Geschäftsführer bei emmtrix, kümmert sich zugleich um den Vertrieb. Unser internationales Team besteht derzeit aus 17 Personen (inklusive uns): Softwareentwickler, Marketingverantwortliche, Personalreferentin und Buchhalterin. Das Durchschnittsalter liegt bei 38 Jahren. Sowohl Werkstudenten, als auch Absolventen und Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung sind bei uns herzlich willkommen.

emmtrix Team

Vielleicht möchtest Du uns zuerst einmal Euer Startup kurz vorstellen ?

emmtrix Technologies entwickelt und vertreibt Softwareentwicklungswerkzeuge für eingebettete Multicore-Systeme inklusive FPGA- und GPU-Beschleunigern. Wir bieten Werkzeuge zur Codegenerierung für eingebettete Singlecore-Systeme sowie zur parallelen Softwareentwicklung an. Unsere Lösungen unterstützen zahlreiche Programmier-, Skript- und Modellierungssprachen, einschließlich C, MATLAB®, Simulink™, GNU Octave und Scilab. Dies ermöglicht eine reibungslose und einfache Integration in bestehende Unternehmensabläufe und -prozesse. Das Ergebnis ist eine schnelle, zuverlässige, automatisierte, interaktive und kosteneffiziente parallele Softwareentwicklung für heterogene Mehrkernsysteme.

emmtrix Graphical User Interface (GUI) zur automatisierten Softwareparallelisierung

Welches Problem wollt Ihr mit emmtrix Technologies lösen ?

Aufgrund immer höhere Performanzanforderungen bei möglichst niedrigem Energieverbrauch werden neueste eingebettete Systeme zunehmend mit leistungsfähigen Multicore-Prozessoren sowie GPU- und FPGA-Beschleunigern ausgestattet. Die Programmierung solcher heterogenen Multicore-Systeme wird derzeit überwiegend manuell realisiert. Dies ist zeitaufwendig, teuer, fehleranfällig und erfordert spezielle Programmierkenntnisse.

Wir erleichtern die Programmierung von Mehrkernprozessoren durch eine interaktive automatisierte Parallelisierung, die ein effiziente Verteilung der Aufgaben garantiert. Somit holen wir mehr Leistung aus eingebetteten Computersystemen heraus, reduzieren die Entwicklungskosten, verkürzen die Entwicklungszeit und verschaffen unseren Kunden einen erheblichen Wettbewerbsvorteil.

Wie ist die Idee zu emmtrix Technologies entstanden ?

emmtrix wurde 2016 als Spin-off des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gegründet. Die Idee für emmtrix entstand aus dem europäischen Forschungsprojekt ALMA (2011-2015) (ALgorithm parallelization for Multicore Architectures), welches sich mit der automatisierten Programmierung von Multicore-Systemen beschäftigt hat. Während des Projektes stellte sich heraus, dass es ein wirkliches Marktbedürfnis für die Technologie weltweit gibt.

Wie würdest Du Deiner Großmutter emmtrix Technologies erklären ?

emmtrix ist ein innovatives Start-up Unternehmen im Bereich der Softwareentwicklung für eingebettete Systeme. Wir entwickeln und vertreiben Softwareentwicklungswerkzeuge speziell für die Programmierung von Multicore-Systemen. Hierbei helfen wir unseren Kunden aus den Branchen Automobil, Luftfahrt und Automatisierung, neue Hardwarearchitekturen effizient und fehlerfrei einzusetzen.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Das Grundkonzept sowie Geschäftsmodell ist weitestgehend gleichgeblieben. Wir haben unser Produktportfolie sukzessive weiterentwickelt, ausgebaut und professionalisiert.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Wir bieten eine Mischung aus Softwarewerkzeugen (Lizenzen) und damit zusammenhängenden Dienstleistungen (vom Training bis zur Werkzeugerweiterung) an.

Wie genau hat sich emmtrix Technologies seit der Gründung entwickelt ?

Seit der Gründung 2016 und der Erkenntnis, dass ein erfolgreiches Unternehmen sowohl über technisches als auch über kaufmännisches Know-how verfügen muss, sind wir Schritt-für-Schritt gewachsen. Angefangen hat alles mit vier gründerwilligen, jungen Doktoranden, die die Multicore-Programmierung revolutionieren wollten…Heute sind wie ein kompetentes, engagierts und internationales 17-köpfiges Team, verfügen über mehrere Büroräume in der Technologiefabrik (einem der erfolgreichsten Gründerzentrum in Baden-Württemberg), arbeiten mit namhaften Firmen insbesondere aus den Bereichen Automobil und Luftfahrt zusammen, vertreiben unsere Lösungen über Reseller in China, sind Teil eines umfangreichen Netzwerkes und engagieren uns in europäischen und nationalen Projekten.

Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

17 MitarbeiterInnen

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Wir haben den schockierenden Unterschied bei der Zeitwahrnehmung von Großunternehmen und Startups unterschätzt.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Man braucht einen sehr langen Atem, um bei den Großen zu landen. Also möglichst früh möglichst intensiv nach kleinen und beweglichen Kunden schielen.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Wir waren erfolgreich bei der Akquise von öffentlichen Fördermitteln.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Teils durch Eigenkapital und Einnahmen aus Lizenzverkäufen, teils durch Fremdfinanzierung durch Forschungsprojekte

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Einerseits den Stillstand im Vertrieb durch Corona endlich zu überwinden, andererseits unseren technischen Fortschritt wie geplant weiter zu treiben.

Vielen Dank für das Interview.

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