CITYDECKS – schafft hochwertige Aufenthaltsmöglichkeiten in der Stadt

Hallo Wulf, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei der Livable Cities GmbH kurz vor:

Die Livable Cities GmbH wurde im Frühjahr 2020 von Robin Lang und mir mit der Idee gegründet, ein modulares Parkletsystem – die CITYDECKS – zu vermarkten.

Wir haben beide Architektur studiert, Robin in Kaiserslautern und ich in Stuttgart und Delft. Berufsbegleitend habe ich dann noch einen Master in Social Innovation gemacht. Kennengelernt haben wir uns nach dem Studium und bereits 2014 gemeinsam ein Planungsbüro gegründet (Yalla Yalla! – studio for change).

Vielleicht möchtest Du uns ganz am Anfang unseres Interviews Euer Startup kurz vorstellen ?

Die Livable Cities GmbH wurde 2020 von Robin Lang und Wulf Kramer in Mannheim gegründet. Mit unserer ersten Produktlinie – den CITYDECKS – haben wir ein modulares Parkletsystem entwickelt, das öffentliche Räume in Treffpunkte verwandelt und unsere Städte lebenswerter machen soll. Neben dem Vertrieb und der Produktentwicklung beraten wir Kommunen und Städte zu Zukunftsthemen und bringen so den urbanen Wandel voran.

Welches Problem wollt Ihr mit Livable Cities GmbH lösen ?

Die Livable Cities GmbH unterstützt und berät Akteure, die sich an Stadtentwicklung beteiligen – wie z.B. Politiker, Verwaltungen und Initiativen – bei der Transformation unserer Städte.

Außerdem möchten wir Städten und Kommunen eine Möglichkeit an die Hand geben, die Vision einer lebenswerteren Stadt zu realisieren. Dafür haben wir CITYDECKS entwickelt. Mit dem modularen System können Parkplatzflächen individuell bespielt und somit öffentliche Aufenthaltsorte dort geschaffen werden, wo andernfalls Autos den urbanen Raum blockieren. Durch den modularen Charakter der Elemente können die neugenutzten Räume unterschiedlich gestaltet werden – als urbane Gärten, Sitzflächen, urbane Wohnzimmer – als öffentliche Räume, die wieder Begegnung ermöglichen.

Wie ist die Idee zu Livable Cities GmbH entstanden ?

Wir haben uns sehr viel der Nutzung und Verteilung des öffentlichen Raums beschäftigt und temporäre Aktionen im öffentlichen Raum – sogenanntem Placemaking – durchgeführt. Irgendwann wollten wir ein System entwickeln, das nicht nur für 2-3 Wochen oder maximal eine Saison gedacht ist. Sondern das den Wandel in Städten dauerhaft begleiten und initiieren kann. So sind wir auf die Idee eines modularen Parklets gekommen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Livable Cities GmbH erklären ?

Ganz einfach: Um uns den aktuellen Herausforderungen in unseren Städten zu stellen (Stichwort Hitzeinseln oder Luftqualität), müssen wir über die Nutzung und Verteilung des öffentlichen Raums neu nachdenken. Hierfür müssen Lösungen und Werkzeuge angeboten werden, die einerseits von den Kommunen und Verwaltungen genutzt werden können, und andererseits für eine Akzeptanz in der Bevölkerung sorgen.

Wenn also z.B. aufgrund neuer Mobilitätskonzepte Parkplätze wegfallen, dann können hier durch unsere Produkte neue Aufenthaltsqualitäten geschaffen werden. In einem Satz: Wir machen aus Parkplätzen Treffpunkte und schaffen damit eine höhere Lebensqualität!

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Ja das hat es. Anfangs sind wir mit einer Produktlinie gestartet, die sich sehr stark auf die Umnutzung von Parkplätzen fokussiert hat. Viele Städte haben das Thema bereits auf dem Schirm, stehen allerdings noch am Anfang eines großen Transformationsprozesses. Deswegen haben wir eine zweite Produktlinie entwickelt, die sich nicht auf die Umnutzung von Parkplätzen ausgelegt ist, sondern an verschiedensten Orten eingesetzt werden kann.

Wie genau hat sich Livable Cities GmbH seit der Gründung entwickelt ?

Gegründet haben wir im Februar 2020 und sind sehr gespannt auf die Resonanz der Städte. Allerdings stellt die aktuelle Pandemie auch uns vor gewisse Herausforderungen: viele Städte haben aktuell andere Prioritäten als den öffentlichen Raum. Wir rechnen fest damit, dass sich das bis zum nächsten Jahr ändert. Dem öffentlichen Raum, das wird jetzt vielen klar, kommt eine enorme Rolle in unserem Leben zu. Das war vor der Pandemie bereits so – auch wenn es uns vielleicht nicht so bewusst war – und das wird danach noch viel mehr der Fall sein. Zu dieser Einschätzung kommt auch das Wuppertal Institut in seiner Veröffentlichung „Perspektiven für die Post-Corona-Stadt“.

Auch die aktuellen Reaktionen aus Metropolen wie Wien, Berlin, London und Paris – wo in bemerkenswertem Maßstab Straßen für Autos gesperrt und für Fußgänger geöffnet werden, wo neue Radwege entstehen (alleine 650 km in Paris), sprechen eine eindeutige Sprache: Will man als Stadt erfolgreich sein, muss der öffentliche Raum neu gedacht werden. Den Luxus, enorme Flächen für das Auto vorzuhalten, werden sich immer weniger leisten können.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Die Idee für CITYDECKS entstand bereits vor zwei Jahren und seit letztem Jahr arbeiten wir kontinuierlich an der Produktentwicklung, Vermarktungsstrategien und Vertrieb.

Bisher finanzieren wir uns komplett selbst – von den Büroräumlichkeiten, Produktentwicklung und Prototypen, u.v.m. Perspektivisch werden wir uns aber für Investoren öffnen, die sich mit einer nachhaltigen Entwicklung unserer Städte identifizieren.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Der Schwerpunkt wird weiterhin auf der Produktentwicklung und dem Vertrieb liegen. Bei der Produktlinie wird es auch stärker um den Einsatz nachhaltiger und zertifizierter Materialien gehen. Und wir wollen natürlich weitere Produktserien entwickeln und auf den Markt bringen.

Vielen Dank für das Interview.

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Yannick Wegner und Ben van Skyhawk.

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