Home of Goals vermittelt Fähigkeiten wie Selbstvertrauen, Empathie, Disziplin, Motivation oder Teamfähigkeit an Kinder und Jugendliche

Hallo Julia, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei Home of Goals kurz vor:

Ich spielte aktiv in verschiedenen Ländern, wie Italien oder USA, Fußball und konnte somit meine Perspektiven für Sport schon früh erweitern. Als Trainerin mit unterschiedlichen Lizenzen begann ich damit, mein Wissen sowohl im Amateur-, als auch im Profibereich an Spieler weiterzugeben. Seit einigen Jahren halte ich im Namen unterschiedlicher Institutionen, wie beispielsweise dem DOSB (Deutscher Olympischer Sport Bund), Workshops in sozial benachteiligten Ländern. Thematisiert wird, wie Trainer und Lehrer den Sport als Katalysator nutzen können, um den Kindern persönliche und soziale Kompetenzen spielerisch beizubringen.
„Ich möchte zu einer reflektierten Gesellschaft beitragen, in der alle auf ein stabiles Wertegerüst zurückgreifen können.“

Entweder Oder:

Essen oder Schlafen
Strand oder Berge
Rechts oder Linksfuß
Camp bei -2 Grad oder 40 Grad im Schatten
Sport machen oder Sport schauen
Ed Sheeran oder Beyoncé

PATRIC

Als aktiver Fußballspieler spielte Patric unter anderem in der Jugend des VfB Stuttgart und bei der SKV Rutesheim. Patric, als mehrfach lizenzierter Trainer, ist schon früh in die Rolle des Förderers geschlüpft. Durch einen 3-monatigen Aufenthalt in Südafrika, mit der Aufgabe die besten Spieler eines Townships zu coachen, entwickelte er den Blick den Sport nicht nur für den Spieler, sondern ihn gleichzeitig für den Menschen dahinter zu nutzen.
„Ich möchte der Sportwelt zeigen, dass das sonst so abstrakte Thema der persönlichen Weiterentwicklung einfach in das Training integriert werden kann und Trainer in ihrer Verantwortung hierin unterstützen.“

Entweder Oder:

Asien oder Afrika
Singen oder Tanzen
Ronaldo oder Messi
Der, die oder das Nutella
Schwarz oder Weiß
Groß oder Klein

Vielleicht möchtest Du uns ganz am Anfang unseres Interviews Euer Startup Home of Goals kurz vorstellen ?

„Sport has the power to change the world. It speaks to youth in a language they understand.” – Nelson Mandela

Die ganze Kraft des Sports zeigt sich fernab der großen Arenen. Hier, auf Wiesen, Straßen oder Ascheplätzen auf der ganzen Welt geht es oft um mehr als nur Sieg oder Niederlage. Wir sind überzeugt, dass durch Sport viel mehr vermittelt werden kann als Übersteiger und Angaben. Es geht um Werte und Wissen, um Selbstvertrauen und Motivation, um Disziplin und Teamwork. Die Kinder und Jugendlichen lernen in Zusatztrainings, Individualtrainings, Camps oder Workshops, Verantwortung zu übernehmen und werden für Lebensentscheidungen gecoacht. 

Train the player – Teach the person.

©CC BY-SA 4.0 DKJS/ Sebastian Gabsch

Welches Problem wollt Ihr mit Home of Goals lösen ?

Work & Travel ist der neue Hype, doch warum machen Jugendliche das, verfolgen sie ein Ziel dabei? Respekt ist ein Trend, doch was bedeutet das eigentlich, hinterfragt das noch jemand? Teamfähigkeit wird in jedem Bewerbungsgespräch großgeschrieben, doch welche Aktionen und welches Verhalten meinen wir ganz genau damit, wenn wir davon sprechen? All diese Floskeln sind so normal geworden, dass aufgehört wurde sie zu hinterfragen und wirklich zu verstehen. Deshalb können sie auch nicht mehr als Entscheidungsgrundlage dienen. Das Resultat ist, dass wir nicht unser vollstes Potenzial ausschöpfen, weil wir es 1. gar nicht hinterfragen und demnach nicht kennen und wir uns 2. Mit vordergründigen Phrasen zufriedengeben. Übrigens, was bedeutet Potenzial eigentlich?

Und wie um Himmels Willen soll ein Jugendlicher oder ein Kind das verstehen?

Der Ansatz im Home of Goals beruht auf 2 Grundproblemen – eines übergreifend für unsere Gesellschaft und eines fokussierend auf die Sportwelt.

Unsere Gesellschaft, vor allem die heranwachsende Generation, hat aufgehört zu reflektieren. Das Home of Goals geht davon aus, dass einer der Hauptgründe dafür ist, dass Menschen kein stabiles Wertegerüst mehr haben, auf welcher Basis sie urteilen und Entscheidungen treffen. Wir leben in einer Zeit, in der unseren Kindern die meisten Entscheidungen abgenommen werden. Sie rennen den ganzen Tag von einer Anweisung zur nächsten ohne ausgebildet zu werden sich selbst kennenzulernen, zu hinterfragen und auf dieser Grundlage selbst zu entscheiden.

Der zweite Ansatz beruht darauf, dass die Sportwelt keine Verantwortung für ihre Sportler übernimmt.

Im ganzen Trubel im Sport, sowohl im Profi- als auch im Breitensportbereich vergessen wir häufig, dass der Sportler sich aus einem Menschen, einer Persönlichkeit entwickelt. Es bestehen in jeglichen Sportarten unglaublich viele Übungssammlungen und Trainingskonzepte, um Technik, Taktik und Kondition zu verbessern, kurz gesagt alle physischen Fähigkeiten. Es fehlt jedoch bei weitem die mentale Komponente.

Gerade in den letzten Jahren hat sich der Sport unglaublich weiterentwickelt, sodass ursprüngliche und alte Methoden nicht mehr ausreichen und vor allem nicht mehr nur isoliert angewandt werden können.

Wie ist die Idee zu Home of Goals entstanden ?

Seit einigen Jahren bin ich für verschiedene Institutionen in unterschiedlichen Entwicklungsländern unterwegs, um dort Workshops für Trainer und Lehrer zum Thema Sport für Entwicklung zu geben.

Es geht also darum wie der Sport genutzt werden kann, um die Kinder und Jugendlichen gleichzeitig für Alltagsentscheidungen und Lebenssituationen zu coachen. Wie kann das volle Potenzial des Sports also ausgeschöpft werden?

Das hat auch super Spaß gemacht und macht es auch immer noch. Aber mir ist bewusst geworden, dass wir hier vor meiner eigenen Haustüre auch noch sehr viel „Dreck weg zu kehren haben“, dass hier bei weitem noch nicht alle Kids ihr vollstes Potenzial abrufen, ihre Stärken und Ziele kennen, respektvoll miteinander umgehen, geschweige denn verstehen was Respekt ist. Deshalb haben wir uns dazu entschieden das zu ändern, denn in all den Jahren davor haben wir gesehen und erfahren was passiert, wenn Kinder an sich glauben und was passiert, wenn Kinder nicht an sich glauben.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Home of Goals erklären ?

Stell dir vor Kinder konzentrieren sich intensiver, unterstützen disziplinierter im Haushalt, sind mutig bei Präsentationen oder übernehmen Verantwortung in Gruppenarbeiten. Nicht weil sie Konzentration, den Haushalt, Präsentationen oder Gruppenarbeiten toll finden, sondern weil sie verstehen, dass sie mit all diesen Handlungen zu einem besseren Sportler werden, da diese Verhaltensweisen im Sport gefragt sind. Genau darum geht es. Diese Verhaltensweisen im Training hervorzurufen, zu reflektieren, sie auf Lebenssituationen außerhalb des Sports zu übertragen, die Perspektive zu ändern und zu üben.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Tatsächlich würde ich eher weiterentwickelt als verändert sagen. Wir legen großen Wert auf unsere Weiterbildung und lassen das Neugelernte natürlich immer mit einfließen.

Das Angebot hat sich auf jeden Fall erweitert. Wo am Anfang hauptsächlich Mannschaftstrainings standen, geht es heute vor allem um wöchentliche Zusatztrainings und Individualtrainings, um so den Fokus noch mehr zu schärfen.

Zusätzlich sind wir nicht mehr nur mit den Spielern auf dem Platz, sondern haben begonnen unser Wissen und unsere Erfahrungen in Workshops an Trainer und Lehrer weiterzugeben.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Naja, wir erleben gerade die wohl größte „Schiefgehung“ seit langem – die Corona Zeit. Da unser gesamtes Geschäftsmodell auf physischem, persönlichem Kontakt beruht, konnten natürlich jegliche, geplante Veranstaltungen nicht stattfinden.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Flache Hierarchien und Vertrauen.

Über allem steht das Vertrauen, dass uns etwas Gutes einfallen wird und jeder Fail, jeder Fehler, jede Krise etwas Gutes hat, die Herausforderung ist nur nicht aufzugeben, bevor du dieses Gute gefunden hast, auch wenn du manchmal etwas kreativer als gedacht werden musst.

Wenn du etwas gefunden hast, geht es natürlich um Timing. Wie lange hast du gebraucht um es zu finden, macht es jetzt noch Sinn, wann kann es umgesetzt werden? Da hilft es natürlich, wenn du flache Hierarchien hast. Soll heißen, wenn Ideen nicht lange überprüft, überdacht und umgebastelt werden müssen, sondern wenn die erste super Idee ein bisschen abgefeilt einfach mal raus geht. So haben wir es gemacht und waren tatsächlich selbst überrascht wie gut jegliche Projekte online funktionieren.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Bei der Auswahl der Mitarbeiter und Kooperationspartner.

Hier entscheiden wir viel nach Gefühl, nach gemeinsamen Werten und nicht unbedingt nach faktischen Kompetenzen.

Ganz ehrlich, bevor wir dir erzählen was bei uns so abgeht und welche Aufgaben auf dich warten, ist es uns am allerwichtigsten, dass wir auf einer Wellenlänge sind.

Denn erst kommt der Mensch und daraus entwickelt sich der Spieler. –

„Train the player – teach the person“

So steht das tatsächlich auch in unserer Stellenausschreibung.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Die Trainings und Workshops werden entweder privat finanziert oder von Vereinen subventioniert / übernommen.

Bei Trainings und Workshops an Schulen beansprucht es das Budget der jeweiligen Schule. Für größere Projekte kommt natürlich der ein oder andere Sponsor ins Spiel 😉

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Im Sommer veröffentlichen wir unser erstes offizielles Handbuch, in welchem die Trainingsinhalte und die Philosophie dahinter ausführlicher erklärt werden.

Zusätzlich soll es eine Bolzplatztour durch ganz Deutschland geben. Nirgends werden subtil all unsere Kompetenzen und Werte mehr vermittelt als auf dem guten, alten Bolzplatz.

Da unser gesamtes Team einige persönliche und emotionale Verbindungen zu unterschiedlichen Entwicklungsländern hat, liegt es uns sehr am Herzen verschiedene Projekte hierfür zu starten. Gerade läuft bereits die Aktion „Fußballschuhe für Young Bafana“.

Vielen Dank für das Interview.

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