ELOPRINT – Prüfadapter aus dem 3D-Drucker

Hallo Georg, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei ELOPRINT kurz vor:

Mein Name ist Georg Pröpper, ich bin Gründer von ELOPRINT. Ursprünglich habe ich Elektrotechnik studiert und danach als Hard- und Softwareentwickler gearbeitet, bevor ich mein eigenes Unternehmen gegründet habe. Unser Team bringt sehr unterschiedliche Hintergründe mit, aber uns alle verbindet eine große Leidenschaft für den 3D-Druck und die Begeisterung dafür, mit neuen Technologien praktische Probleme zu lösen.

Vielleicht möchtest Du uns Euer Startup, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen?

Wir entwickeln und fertigen Prüfadapter für elektronische Baugruppen mit Hilfe von 3D-Druck. Kurz erklärt: In der Serienfertigung von Elektronik werden Platinen in Prüfadapter eingelegt, damit sie programmiert und auf ihre Funktion getestet werden können. Dazu braucht es eine präzise elektrische Kontaktierung über gefederte Nadeln. Da jeder Adapter individuell an die jeweilige Platine angepasst werden muss, setzen wir auf 3D-Druck. So lassen sich passgenaue Konstruktionen effizient und wirtschaftlich umsetzen.

Welches Problem wollt Ihr mit ELOPRINT lösen?

Klassische Prüfadapter sind groß, teuer und haben oft monatelange Lieferzeiten. Wir bieten eine kompaktere, kostengünstigere Lösung, die auch kleine Stückzahlen wirtschaftlich macht und sehr schnell lieferbar ist.

Wie ist die Idee zu ELOPRINT entstanden?

Die Idee entstand während meiner Arbeit als Entwickler für Powertools. Ich hatte regelmäßig Prototypen von Platinen auf dem Tisch, an denen ich Messleitungen anlöten musste – ein aufwändiger und fehleranfälliger Prozess. Da ich mich schon lange für 3D-Druck begeisterte, habe ich mir dafür Vorrichtungen mit Kontaktstiften konstruiert. So wurden die Aufbauten robuster und übersichtlicher. Gleichzeitig war mir bewusst, dass Prüfadapter in der Serienproduktion unverzichtbar sind, aber teuer und mit langen Lieferzeiten verbunden. So wurde die Idee zu ELOPRINT geboren.

Wie würdest Du Deiner Großmutter ELOPRINT erklären?

Wir bauen „Steckhilfen“ für Platinen. Statt einzelne Kabel mit der Hand anzulöten, steckt man die Platine einfach in unsere Vorrichtung – und alle Kontakte sind sofort verbunden.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert?

Der Kern – Prüfadapter mithilfe von 3D-Druck herzustellen – ist gleich geblieben. Aber unsere Fertigungsmöglichkeiten sind deutlich breiter geworden. Heute kombinieren wir verschiedene Verfahren und haben neue Adapter-Designs entwickelt, die über den reinen 3D-Druck hinausgehen.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell?

Sehr einfach: Kunden bestellen bei uns einen Prüfadapter, wir entwickeln das Design und fertigen ihn on demand.

Wie genau hat sich ELOPRINT seit der Gründung entwickelt?

2018 habe ich ELOPRINT zunächst allein und nebenbei gestartet. Richtig Fahrt aufgenommen hat es, als ich mich voll darauf konzentriert habe. Seither sind wir auf ein siebenköpfiges Team gewachsen, haben unsere Produkte weiterentwickelt, Maschinen modernisiert, zweimal neue Räumlichkeiten bezogen und einen stetig wachsenden Kundenstamm aufgebaut.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?

Wir haben anfangs mit günstigen 3D-Druckern gearbeitet, die oft Probleme bereiteten. Als Lösung habe ich in eine teure Anlage investiert, die sich aber als unzuverlässig herausstellte. Das hat uns viel Zeit und Nerven gekostet.

Was habt Ihr daraus gelernt?

Technische Versprechen hinterfrage ich heute deutlich kritischer und prüfe Investitionen genauer.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?

Wir halten die Kosten zusammen. Vor allem in der Anfangszeit hat der Umsatz keinen großen Spielraum zugelassen. Natürlich hätte Fremdkapital geholfen, uns schneller zu professionalisieren, aber ich bin froh, dass wir dafür heute unabhängig sind.

Wie ist Euer Startup finanziert?

Wir haben die komfortable Situation, ohne Investoren auszukommen. Geringe Investitionen am Anfang konnte ich selbst finanzieren. Dann hat das Geschäftsmodell früh erste Umsätze ermöglicht, wodurch alles Weitere schrittweise finanziert werden konnte.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate?

Wir werden eine neue Adapter-Bauweise für Kabelbäume einführen. Außerdem entwickeln wir unser Angebot weiter: Gemeinsam mit Partnern wollen wir künftig nicht nur Adapter, sondern komplette Prüfsysteme anbieten – inklusive Elektronik und Software.

Vielen Dank für das Interview.

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