Wiferion – sorgt für kabelloses, induktives Laden von Gabelstaplern und Flurförderfahrzeugen

Hallo Johannes, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei Wiferion kurz vor:

Mein Name ist Johannes Mayer. Ich bin Co-Founder und CFO von Wiferion.

Gemeinsam mit meinen drei Mitgründern (Florian Reiners, Johannes Tritschler und Benriah Goeldi) habe ich 2016 das Start-up Wiferion in Freiburg gegründet, nachdem wir uns alle am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE kennengelernt haben.

Vielleicht möchtest Du uns ganz am Anfang unseres Gesprächs Euer Startup kurz vorstellen ?

Wir sind ein Elektro-Technik Start-up, dass sich das Ziel gesetzt hat die Wirtschaft mit einem induktiven Ladesystem und Lithium-Ionen-Batterien zu elektrifizieren.

Wiferion (ehem. Blue Inductive) ist der führende Lösungsanbieter für die mobile, kabellose Energieversorgung von industriellen E-Fahrzeugen. Das Start-up wurde 2016 von vier ehemaligen Mitarbeitern des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme gegründet und zählt zu den Technologietreibern im Bereich Wireless Charging. Wiferion hat sich zum Ziel gesetzt, die Elektrifizierung der globalen Wirtschaft voranzutreiben und die Voraussetzungen für eine ressourcenschonende und zukunftsfähige Energieversorgung zu schaffen.

Von induktiver Ladetechnik über Lithium-Ionen-Batterien bis hin zu Energiemanagementlösungen bietet Wiferion seinen Kunden das ganze Spektrum für eine effiziente Energieversorgung von Flurförderzeugen und fahrerlosen Transportsystemen. Dazu zählen auch Retrofitprojekte, um bestehende Flotten zu optimieren. Durch die flexible und skalierbare Integration von Wiferion-Produkten steigern Anwender nachhaltig ihre Auslastung und Flotteneffizienz.

Der Systemanbieter von Lade- und Speichertechnologie verfügt über namenhafte Referenzkunden aus den Bereichen Logistik, Industrie & Automotive. Dazu zählen führende Anbieter für Automatisierungslösungen wie die Robotik-Unternehmen KUKA und Magazino.

Welches Problem wollt Ihr mit Wiferion lösen?

Wir wollen die Elektrifizierung der Wirtschaft mit induktiven Ladesystemen vorantreiben. Wir sind überzeugt, dass das Kernproblem nicht die Speicherung der Energie in Batterien, sondern die effiziente, niederschwellige und vollkommen automatisch ablaufende Übertragung von Energie der Schlüssel zu einer elektrifizierten und ressourcenschonenden Wirtschaft ist.

Wie ist die Idee zu Wiferion entstanden ?

Anfangs hießen wir „Blue Inductive“, da wir uns auf die Induktive Energieübertragung konzentriert haben. Heute haben wir uns breiter aufgestellt und liefern unseren Kunden in der Industrie komplette Energieladesysteme mit kontaktloser Ladeelektronik, abgestimmten Lithium-Ionen-Batterien und der passenden Software. Um der Anpassung unseres Produktportfolios Rechnung zu tragen haben wir uns Ende 2019 in Wiferion umbenannt: Wireless; Ferrit-Magnete-Elemente & Lithium-Ionen-Batterien).

Wie würdest Du Deiner Großmutter Wiferion erklären ?

Über zwei pfannengroße Pads transportieren wir Strom durch die Luft und laden Elektrofahrzeuge wie Gabelstapler und selbstfahrende Roboter sicher und automatisch ohne ein menschliche Einwirken.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Wie beschrieben haben wir uns breiter Aufgestellt und bieten nun komplette Energiesystem an. Zudem begleiten wir unser Kunden bei der Auswahl und Integration der richtigen Komponenten in Ihre Fahrzeuge.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Wir verkaufen unsere Produkte an Hersteller (OEM) von Elektrofahrzeugen aus der Industrie, die diese wiederrum in Ihren Fahrzeugen als Standard-Energie und Ladesystem einsetzen und dann Ihre Fahrzeuge weltweit vertreiben.

Wie genau hat sich Wiferion seit der Gründung entwickelt ?

Die ersten 2 Jahre haben wir enorm viel geforscht und entwickelt um den Proof of Concept zu schaffen. Seit 2018 haben wir das erste Produkt in Serie auf den Markt gebracht. Schon damals haben wir gute Unterstützung durch Förderproramme und viel Mentoring erhalten. Seit 2019 arbeiten wir intensive an der Go-To-Market-Strategie und haben uns mehr auf den Markt und die Kunden ausgerichtet. 2020 haben wir den begehrteren Preis „Beste Produkt des Jahres“ der renommierten Logistikmesse LogiMAT erhalten und sind zudem für den wichtigsten Intralogistik Award in der Branche, dem IFOY Award, als bestes Start-up nominiert.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Euer Startup inzwischen?

Wir sind von 4 Gründern zu einer Firma mit rund 40 Mitarbeitern gewachsen und haben im letzten Jahr bereits einen Umsatz im 7-stelligen Bereich erzielt.  

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Eigentlich wollten wir eine Ladelösung für E-Fahrzeuge machen und sind dann erst einmal an den Hürden und komplexen Strukturen der Branche und der multiplen Marktteilnehmer gescheitert. Dann hat sich ziemlich schnell gezeigt, dass unsere Lösung perfekt in die Intralogistik passt und bereits ein definierter Markt und Bedarf vorhanden ist. So ist unser Ziel nun den Standard der Energieübertragung in diesem Bereich zu setzen und dann in einem späteren Schritt auf die E-Mobilität zu übertragen.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Manchmal ist ein Zwischenstepp der einfachere und bessere Weg der einem Start-up hilft über den Chasm (Klippe) zu kommen.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Wir sind mit unserer Ladelösung zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die Intralogistik und Produktionsprozesse verändern sich rasant. Kleine Losgrößen, mehr Flexibilität und vor allem Automatisierung verbreitet sich im Zuge der Industrie 4.0 Revolution in der ganzen Welt. Roboter, Maschinen und Selbstfahrende Fahrzeuge haben alle eines gemeinsam: sie brauchen Strom. Und effizient Strom übertragen, das können wir!  

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Wir haben in 2019 mit der dritten Finanzierungsrunde eine A-Serie erhalten und wollen unser Geschäftsmodell nun skallieren.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Wir wollen weitere Rahmenverträge mit großen Industriekunden abschließen und die Internationalisierung vorantreiben. Zudem stehen neue Produkte, wie z.B. eine Cloud-Management Software für das effiziente Flottenmanagement und der Marktlaunch unserer großen 12.000 Watt Ladelösung an.

Vielen Dank für das Interview.

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