Vanessa von Feel the World Travel im Interview

Hallo Vanessa, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei Feel the World Travel kurz vor:

Hallo, ihr lieben! Ich bin Vanessa, Ehemalige Praktikantin, mittlerweile Werkstudentin bei Feel the World Travel und selbst begeisterte Feel the World Travelerin. Unser Team besteht zudem aus den beiden Geschäftsführern & Gründern Alex Steltz und Nico Kroll, die das Unternehmen bereits 2013 in Bayern, neben dem Studium gegründet haben. Zusätzlich setzt sich unser Team aus einer weiteren Teilzeitkraft in Festanstellung und zusätzlichen Freelancern, die außerdem auch für andere Unternehmen unterstützend aktiv sind, zusammen.

Vielleicht möchtest Du uns Euer StartUp, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen ?

Wir sind ein Abenteuer- und Erlebnis Reiseveranstalter, der den Fokus auf deutschsprachige, intensive, verantwortungsbewusste Abenteuerreisen für junge Erwachsene legt. Unsere Leistungspakete enthalten interaktive, bewusste, authentische Erlebnisse, nah an der lokalen Kultur. Getreu dem Motto #feelresponsible arbeiten wir bewusst langfristig orientiert, schützen die Natur und unterstützen die besuchten Regionen direkt durch unseren Besuch, ohne dabei Abhängigkeiten zu schaffen. Das ist für uns Nachhaltigkeit. So erschaffen wir in der Mischung echte „Adventures that make a difference“, also Abenteuer, die einen positiven Unterschied machen. Sowohl für unsere Gäste, die Natur, die Tiere und natürlich die Menschen vor Ort.

Welches Problem wollt Ihr mit Feel the World Travel lösen ?

Mit Feel the World Travel möchten wir, dem Namen entsprechend, den Travelern die Möglichkeit geben die Welt mit allen Sinnen zu fühlen und nicht nur mit der eigenen Kamera durch Länder zu reisen. Dementsprechend legen wir großen Wert auf interaktive, authentische und intensive Erlebnisse vor Ort. Die ausgewählten, meist kleinen und lokalen Leistungsanbieter in den Reiseländern unterstützen uns bei diesem Vorhaben. Nach dem Motto #feelresponsible ist es uns wichtig, dass vor allem die lokalen Menschen vor Ort vom Tourismus in ihrem Land profitieren können. Durch eine Reise soll also nicht nur genommen, sondern besonders gerne auch „gegeben“ werden! Unser Motto „Adventures that make a difference“ zieht sich dabei durch unser gesamtes Unternehmenskonzept. Dies gilt sowohl bei der Zusammenstellung und Durchführung unserer einzigartigen Abenteuerreisen als auch bei der täglichen Arbeit im Feel the World Office – auch hier möchten wir einen positiven Unterschied machen – für unsere Partner, Mitarbeiter und unsere Reisenden!

Der Tourismus hat ein großes Problem, das es in anderen Branchen leider auch gibt: Mit den Jahren hat sich die Einstellung von „Masse vor Klasse“ etabliert. Feel the World Travel Produkte bieten genau dies nicht, sondern bespielen die Nische eines bewussten, reflektierten und nachhaltigen Reiseverhaltens, dass die Welt langfristig positiv beeinflusst.

Wie ist die Idee zu Feel the World Travel entstanden ?

Unsere Feel the World Gründer haben damals bei einem großen Pauschalreise-Unternehmen ihre Ausbildung gemacht und auch danach noch lange bei anderen Tourismus-Unternehmen gearbeitet. So richtig überzeugt waren sie dabei selbst nicht von den angebotenen Produkten und fragten sich immer wieder, ob man das nicht auch besser/ anders machen könnte. Einfach so, dass sie es auch selber gerne buchen würden, denn das war bis dato nicht der Fall. So entstand Feel the World Travel! Dieses Produkt mit all seinen Details hätten sie so auch selbst gebucht.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Feel the World Travel erklären ?

Hinter Feel the World Travel steht ein junges, stetig wachsendes Team rund um die beiden Gründer Nico und Alex. Als Gründer haben die beiden aus Bayern heraus den Grundstein für das Unternehmen gelegt. Mit der Zeit bemerkten wir als Team, gemeinsam mit den Kunden & Mitarbeitern, der Feel the World Community, wir können mehr erreichen. Weit aus mehr als nur großartige Reisen zu kreieren und durchzuführen. So veränderte sich das Motto Adventures that make a difference“in dem Punkt, das wir nicht nur für Reisende, sondern wo möglich auch für die Menschen, Tiere und die Natur vor Ort einen nachhaltig positiven Unterschied machen. Unsere Leidenschaft und Liebe zum Abenteuer- und Erlebnis-Detail leben wir mittlerweile in der baden-württembergischen Kesselstadt Stuttgart aus und freuen uns auch in Zukunft noch mehr Menschen auf unseren einzigartigen Erlebnisreisen begrüßen zu dürfen.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Ohja, wir mussten uns immer wieder anpassen und unsere Marke und Ausrichtung als Unternehmen hat sich verändert. Letztlich sind wir schon beim Thema Reisen und auch beim Thema Gruppenreisen geblieben, doch wir wurden definitiv klarer in unserer Kommunikation bzgl. der Nachhaltigkeit und sind auch als Personen hinter dem Unternehmen in den Prozessen gereift und gewachsen. Heute fühlen wir uns auch durchaus im Bereich Abenteuer- und Erlebnisreisen zu Hause, das war zu Beginn nicht so klar der Fall. Unsere Positionierung im Reisemarkt hat sich durchaus verfeinert.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Wir bieten unterschiedliche Reisetermine für unterschiedliche Reiseländer in einer Gruppe zwischen 21-35 Jahren an. Die Gruppen sammeln sich aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz indem sie über das Internet auf Feel the World Travel aufmerksam werden. Unsere Rundreisen verlaufen dann ca. 14-16 Tage plus einer optionalen Verlängerungsmöglichkeit. Die Rundreisen haben wir zuvor in mühevoller Kleinarbeit so zusammengestellt, dass Transfers, Unterkünfte & Aktivitäten in der typischen Feel the World Travel Qualität zusammenpassen. So genießen Traveler eine Voraborganisation die ihnen Sicherheit mit gleichzeitiger optionaler Freiheit gewährt. Durch unsere Erfahrung der organisatorischen, touristischen Abwicklung kombinieren wir unterschiedlichste Erlebniswerte mit gleichzeitig bestehendem entspannten Reiseflair. Die Wiederholerrate unserer Stammkunden motiviert uns in dieser detailtreuen Herangehensweise. 

Wie genau hat sich Feel the World Travel seit der Gründung entwickelt ?

Wir starteten mit lediglich einem einzigen Reiseland und einem einzigen Reisetermin. Zur Gründung musste man für eine Buchung sogar noch eine Email schreiben, heute müssen wir da durchaus drüber schmunzeln, aber so fängt man eben einmal neben dem Studium an 😀 Seitdem ist viel passiert, wir haben Vulkanausbrüche & Bombenanschläge in unseren Reiseländern erlebt, Naturkatastrophen ließen lediglich Umplanungen zu, doch am Ende haben wir aus allem irgendwie lernen können. Heute sind wir endlich von den Prozessen & Strukturen her besser aufgestellt, doch nun kam Covid-19 J Auch diese Phase werden wir überstehen und wir würden uns extrem freuen wenn wir danach belohnt werden würden und unsere neuen Produkte ebenso von unseren Reisenden angenommen werden würden. Für 2020 entwickelten wir spontan eine Abenteuerreise in unserer alten Heimat um die Krise halbwegs aushalten zu können. Unsere Stammkunden fragten nach einer Feel Germany Tour und selbstverständlich entschieden wir uns in Deutschland für Bayern. Im September hat unsere erste Feel Allgäu Gruppen-Experience stattgefunden, drückt uns die Daumen, dass wir diese Tour durchführen weiterhin können J 

Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Mitarbeiter: Unsere kleine kuschelige Unternehmensatmosphäre leben aktuell im Büro weiterhin die beiden Gründer, 1 Teilzeitkraft, 1 Werkstudentin, 2-4 Freelancer je nach akutem Bedarf. Während unserer Abenteuerreisen werden die Gruppen temporär von Feel the World GroupLeadern begleitet, aktuell haben wir zwischen 6-9 GroupLeader in unserem Pool.


Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Ohh einiges 😀 Wo fangen wir an? Zu Beginn entschieden wir uns für 1 Reisetermin und 1 einziges Reiseland. Als in dem Land die ersten Demonstrationen starteten, Steine flogen und kleine Knaller gezündet wurden, dies zusätzlich noch in der Tagesschau präsentiert wurde, waren unsere ersten Träume erstmal dahin. Trotz einer kleinen Anzahl an Erstbuchungen konnten wir unsere Premierenreise nicht durchführen, da wir die bestehenden Buchungen als Storno vermerken mussten. Lehre: Sei niemals zu abhängig von einem einzigen Land/ von zeitlichen Limitierungen etc., stelle dich breiter auf J  Anschließend gab es noch viele weitere kleine Kreuzungen in denen wir im Nachhinein betrachtet immer wieder mal Fehlentscheidungen fällten. Allerdings gab es das auch anders herum, Entscheidungen die wir erst aus einer anderen Grundmotivation trafen und im Nachgang bemerkten wie viel „Schwein“ wir mit dem eingeschlagenen Weg hatten, obwohl das so bei der Entscheidung nicht geplant war 😀 Also da kommt einiges zusammen J

Unser stärkstes Wachstumsjahr hatten wir Ende 2016 als wir in Kempten im Allgäu studierten. Da hätten wir evtl. das Studium abbrechen sollen um mit voller Energie in die Richtung Wachstum des Unternehmens zu drücken. Doch damals bekamen die privaten Herausforderungen und der Abschluss des Studiums eine höhere Priorität, sodass wir uns dieses radikalere Risiko nicht trauten. Evtl. wird das nochmal ein größerer Fehler sein, vielleicht aber werden wir später auch genau anders zurückschauen und bemerken, dass uns der Anlauf seit ca. Anfang 2018 bis heute für eine nachhaltig/ langfristige Entwicklung viel besser getan hat J 😉

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Wir waren 2016 noch nicht bereit für das Wachstum, welches wir hätten stemmen müssen. Wir haben seitdem stark an den Prozessen & Strukturen gearbeitet, sodass wir uns jetzt das Wachstum zutrauen würden.

Seit dem Start haben wir jährlich ein neues Land dazu genommen und sind seitdem breiter aufgestellt was die Zielgebiete betrifft, so haben wir das Risiko gestreut wenn es in einem Land mal Schwierigkeiten gibt.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

HAHA 😀 Wahrscheinlich nirgendwo 😉 Wenn es eine Erkenntnis aus den Jahren gibt, dann wohl, das man nicht alles richtig machen kann. Das ist aber auch nicht weiter schlimm und sogar eine schöne Erkenntnis, denn am Ende glauben die beiden Mitgründer fest daran, dass das letztendliche Ziel nicht das ist was einem Menschen eine langfristige Genugtuung gibt. Sondern der Weg zum Ziel selbst ist eigentlich das, was dir als Mensch, meistens erst anschließend, so viel gibt. Jede Hürde, jeder Moment im Team, jedes Wackeln, jede Freude, das ist das was deinem Leben Glanz verleiht. Das letztendliche Ziel erfreut dich meistens nur ein paar Stunden/ Tage/ Wochen wirklich intensiv, dann aber verliert es an Strahlkraft, an Bedeutung. Das heißt der Weg zu den Zielen muss spannend genug gestaltet sein, damit wir Menschen so etwas wie Genuss bei dem Weg empfinden können ;-).

Genau diese Einstellung verkörpern wir auch im Unternehmen, in der Feedbackkultur etc., Alles richtig machen muss nicht das Ziel sein, so lange wir neugierig und leidenschaftlich genug bleiben uns weiterentwickeln zu wollen. 

Das ist zumindest der Feel the World Travel Weg.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Unser Startup finanziert sich seit der Gründung rein aus Eigenkapital. Auf diesen eingeschlagenen Weg blicken wir durchaus mit Stolz, besonders wenn man die Entwicklungen der heutigen Zeit beobachtet. Keinen Cent Fremdkaptial in Kombination mit gesundem, organischem Wachstum findet man heutzutage durchaus selten 😉 Sorry da musste mal kurz das bayerische Mia san Mia Gefühl rauskommen 😉 „Spaß“

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Wir möchten in den nächsten 12 Monaten unser Produktsortiment weiter ausbauen und somit mehr Menschen zu individuelleren Zeiten ansprechen. Auf diese Art und Weise gehen wir von einer breiteren Produktpalette für die Zukunft aus.

Vielen Dank für das Interview.

3 thoughts on “Vanessa von Feel the World Travel im Interview

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