Bikematch – die bikematch Angels kennen sich mit Fahrrädern und E-Bikes aus

Hallo Markus, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei bikematch kurz vor:

Danke für Euer Interesse an unserem Startup! Wir sind bikematch und wir haben eine App entwickelt, die Fahrradfahrer, Mechaniker, Händler und Unternehmen zusammenbringt. Unser Team besteht aus 6 Personen, die allesamt viele Jahre Erfahrung in ihrem jeweiligen Bereich haben: Karen und Ilya sind unsere Tech Spezialisten, Christina und Eberhard unsere Branchenkenner und Fahrradprofis, Philipp und ich kümmern uns um alle Themen rund um die Geschäftsführung.

Welches Problem wollt Ihr mit bikematch lösen ?

Wir sprechen mit unserem Service primär 4 aktuelle Probleme an, mit denen Fahrradfahrer konfrontiert sind: So gibt es teilweise wochenlange Wartezeiten für Reparaturen und Wartungen bei den Fahrradwerkstätten. Das ist kein Wunder, da viele Händler sich auf den Verkauf fokussieren und das Werkstattgeschäft als zweitrangig betrachten. Es gibt darüber hinaus bis heute keinen schnellen, einfachen Weg Reparaturen und Wartungen am Wunschort durchführen zu lassen. Hinzu kommt, dass für viele Berufstätige die Öffnungszeiten der Werkstätten sowie der Transport des defekten Fahrrads problematisch sind. Deshalb haben wir als Lösung die bikematch Angels App entwickelt.

Auf der anderen Seite sehen sich immer mehr Unternehmenskunden mit Bike-Flotten damit konfrontiert Servicenetze aufzubauen und zu managen, die dann auch belastbar und flexibel abgerufen werden können. Genau hier setzt bikematch an und bietet mit seiner KI-basierten Plattform eine einfache Lösung, die gleichzeitig auch noch nahtlos mit der System- und Prozesswelt unserer Kunden verzahnt ist.

Wie ist die Idee zu bikematch entstanden ?

Da wir alle aktive Radfahrer sind und an die Idee einer nachhaltigen Mobilität glauben, entstand die Idee zu bikematch eher zufällig und mitten in der Corona Krise. Wir hatten dann relativ schnell eine Gruppe an gleichgesinnten Personen gefunden, die Spaß daran und Motivation dafür haben, die genannten Probleme kreativ anzugehen und zu lösen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter bikematch erklären ?

Jeder kennt ja den ADAC – also den Anbieter für mobile Reparaturen für Autos mit seinen „gelben Engeln“.  Bikemtach bietet einen ganz ähnlichen Service für Fahrräder und E-Bikes an, nur dass die „gelben Engel“ bei uns „bikematch Angels“ heißen und sich mit Rädern auskennen, nicht mit Autos. Zusätzlich kümmern wir uns noch um Wartungen und Services, also nicht nur um akute Pannen. Wir sind kurz gesagt eine mobile Werkstatt für Fahrräder und E-Bikes.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Nach der theoretischen Konzeption des Geschäftsmodells haben wir in einem Testbetrieb unseren Service mit echten Kunden verprobt. Dadurch konnten wir interessante Einblicke gewinnen, um das Konzept sinnvoll weiterzuentwickeln. Ein Learning daraus war zum Beispiel, dass die Saisonalität im Fahrradmarkt noch stärker ist, als wir das zu Beginn angenommen haben. Um dieser extremen Schwankung der Nachfrage Rechnung zu tragen, haben wir unsere Ausrichtung stärker auf den B2B Sektor verlagert. Mit Firmen und Flottenkunden können wir die nachfrageschwachen Wintermonate angemessen überbrücken.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Das ist sehr einfach erklärt: Unsere Kunden sind Fahrrad- oder E-Bike Fahrer, die bequem und einfach Ihr Rad reparieren oder warten lassen möchten. Einfach einen von 7 Services über unsere App auswählen, ein paar Informationen zum Fahrrad ergänzen, Terminwunsch nennen und direkt mobil buchen und bezahlen. Ein mobiler Service Spezialist in der Nähe kann diesen Auftrag dann annehmen und den Service am Wunschort des Kunden durchführen. Natürlich kann der Kunden diesen Service im Nachgang bewerten und somit anderen Kunden eine weitere Sicherheit geben.

Eine Besonderheit unseres Geschäftsmodells ist, dass wir unsere Service Spezialisten in einem eigens entwickelten Qualifizierungsprogramm ausbilden. In kurzer Zeit können wir unseren Angels alles beibringen, um die 7 häufigsten Reparaturen durchzuführen.

Selbstverständlich beschäftigen wir aber auch echte Profis, die ihr Handwerk im Rahmen einer Berufsausbildung gelernt haben. Insbesondere unseren Unternehmenskunden ist das wichtig. Diesen Kunden nehmen wir entsprechend den Aufbau und die Pflege des heterogenen Servicenetzwerks ab und ermöglichen es ihnen, sich auf ihr Kerngeschäft zu fokussieren.

Wie genau hat sich bikematch seit der Gründung entwickelt ?

Wir haben bikematch mitten in der Coronakrise gegründet. Zu dieser Zeit waren potenzielle Investoren eher vorsichtig und haben uns oft aufs nächste Jahr vertröstet. So lange wollten wir aber nicht warten und sofort loslegen. Deshalb haben wir uns alle notwendigen Kompetenzen ins Team geholt. Das Ergebnis ist, dass wir die Entwicklung der App sowie unseres Backoffice Systems abschließen konnten. Auch haben wir die ersten Trainingsrunden für unsere bikematch Angels durchgeführt, viele Bewerbungsgespräche geführt und unsere ersten Mitarbeiter eingestellt, die nun in Stuttgart die ersten Services durchführen. All das konnten wir ohne Fremdkapital, ausschließlich mit eigenen Mitteln bewerkstelligen. Das macht uns schon ein bisschen stolz!

Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Wir sind derzeit 6 Personen im Gründerteam, die sich aus den Bereichen Business, Tech und Fahrrad zusammensetzen. Zudem haben wir bereits erste Bikematch Angels eingestellt und ausgebildet, die den mobilen Service dann zusammen mit unserem lokalen City Hub Partner durchführen.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Wir haben das Unternehmen im Jahr 2020 gegründet, also fällt unser Rückblick hier etwas kürzer aus. Erfreulicher Weise ist bisher noch nichts so richtig schief gegangen. Fragt uns hier gerne nächstes Jahr noch einmal. Dennoch hat sich in dieser kurzen Zeit schon gezeigt, dass die Themen Kommunikation und Transparenz von Anfang an einen hohen Stellenwert haben müssen. Rückblickend betrachtet könnte man den Test Run technisch auch etwas einfacher angehen als wir das getan haben. Für erste Erkenntnisse hätte das wahrscheinlich gereicht.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Unsere Ableitung daraus ist, dass wir neue Ideen künftig noch schneller und ohne große Entwicklungen technischerseits auf die Straße bringen wollen. Zum Thema Kommunikation gibt es wöchentliche weeklys, um alle Parteien auf dem gleichen Stand zu halten.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Wir bekommen für die Idee sehr viel positiven Zuspruch von Freunden und Bekannten, aber auch von anderen Playern direkt aus der Fahrradbranche. Das stimmt uns sehr zuversichtlich und steigert natürlich die Motivation, weiter am Thema zu arbeiten. Man könnte also sagen, dass ein grundsätzlicher Bedarf an unserem Service marktseitig offenbar vorhanden ist.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Bisher haben wir alles komplett aus eigenen Mitteln finanziert. Um so viel einzusparen wie möglich, haben wir uns alle notwendigen Kompetenzen über das Gründerteam an Board geholt. Mit Beginn der neuen Fahrradsaison 2021 und dem damit verbundenen Rollout Plan in Deutschland benötigen wir jedoch eine Finanzierung, um das Geschäft sinnvoll über die nächsten Monate zu skalieren.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Für uns steht der Rollout in weitere Städte innerhalb von Deutschland ganz klar im Fokus der nächsten Monate. Unser ehrgeiziges Ziel ist es, bereits in 2021 in 8 Städten vertreten zu sein. Damit einhergehend ist es für uns oberste Priorität, unseren hohen Qualitätsanspruch für den Service für alle Städte gleichermaßen zu garantieren. Um das zu erreichen, arbeiten wir aktuell auch an der Weiterentwicklung unseres internen Schulungsprogramms für unsere bikematch Angels.

Unsere Vision ist es darüber hinaus, das Alibaba des europäischen Rad- und E-Bike Marktes zu werden. Hierbei möchten wir alle Akteure im Fahrradmarkt intelligent miteinander vernetzen. Wir sehen uns daher seit Beginn als Tech-Company und nicht als klassischer Dienstleister. Spätestens im Jahr 2025 bietet bikematch Lösungen zur Vernetzung von einer Vielzahl von Akteuren im Fahrradmarkt an.

Vielen Dank für das Interview.

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